Montag, 31. Mai 2010

"Einteller" Essen

Es ist ja schon immer wieder interessant wie unterschiedlich doch unsere Kulturen sind. Wenn du bei uns in einem Restaurant Buffet hast, wo die Masseinheit ein Teller, Schüssel oder Glas ist, würde sich ja wohl keiner getrauen diesen auch nur zu überfüllen.

Hier ist das ganz anders! Waren wir doch in einem chinesischen Fastfood-Restaurant wo du pro Schüssel bezahlt hast und dann alles vom Buffet reinpacken konntest. Danach wurde dein Essen im Wok mit einer Sauce gebraten. Ich hätte nie gedacht, wieviel in einer solchen Schüssel Platz hat. Da wurde tatsächlich ohne schlechtes Gewissen die doppelte Höhe der Schüssel reingepackt und dann mit einer entsprechend grossen Portion Nudeln fixiert. Es steht ja eine Schüssel! Wenn du diese dann halt noch um 10 cm überbaust ist ja egal, muss halt einfach alles halten und das tat es zu unserer Verwunderung auch.

Also mit dieser Methode hätte für uns beide eine Schüssel vollkomen gereicht, wir hatten uns dann jedoch doch schon zwei bestellt und diese nach CH-Norm gefüllt!

Mal Sonne geniessen

Am letzten Wochenende dachten wir mal so Sonne und Pool wäre doch eine coole Sache. Also habe ich mal rumgefragt, was es hier dann für Möglichkeiten gibt. Daraufhin war die Antwort, dass die meisten in Hotels schwimmen gehen. Ein öffentliches Bad scheint es evtl. zu geben, jedoch traut sich da wohl keiner ins Wasser von uns, man weiss ja nicht was da alles reingekippt wurde.

Sonntag morgens früh um 08.30 Uhr sind wir dann gestartet. Ich war leider ein bisschen angschlagen, da die Nacht zuvor mein Freund in der Nacht die Klimaanlage nochmals eingeschaltet hatte und eingeschlafen ist. Tja kämpfe nun mit Husten und Halsweh, soviel dazu, nun werde ich nur noch die Klimanlage ein- und ausschalten. Unser Fahrer hatte uns über eine Stunde durch die Stadt gefahren bis wir dann ausserhalb am Golden Palms Resort ankamen. Die machen doch tatsächlich Werbung mit dem weltgrössten Schwimmingpool! Ist auch wieder eine Betrachtungsweise, für Indien mag dies wohl gelten ;-).

An der Reception hatten wir uns dann erkundigt welche Möglichkeiten es als Tagesbenutzung gibt und uns wurde eine Option mit Lunch, Pool, und Sportplatzbenützung angeboten. Danach wurden wir zum Restaurant vom Pool geschickt, bezahlt hatten wir bis dahin noch nicht. Nach einer Runde um den Pool kamen wir im Restaurant an und uns wurde dann mitgeteilt, dass das gewünschte Paket nicht buchbar ist, da dies nur Montag-Samstag geht (hat der Typ an der Reception jedoch nicht bemerkt). Somit buchten wir halt das Sonntagspacket, was grundsätzlich das gleiche war jedoch einfach ein bisschen teurer, ist ja auch Sonntag!

Nun endlich gings los! Ab in den Pool zur Abkühlung... Lufttemperatur ca. 31 Grad, Wassertemperatur ca. 26 Grad... in Awechslung mit Pool und Sonnenliege vertrieben wir uns die nächsten Stunden. Nun langsam machte sich ein Hunger bemerkbar, wir hatten ja schliesslich Brunch in unserem Paket, welcher um 12.30 Uhr startetet, davor war wohl Breakfast... Also marschierten wir los zum Restaurant, waren jedoch einige Minuten zu früh. Dies wurde uns mehrmals auch mitgeteilt, was uns klar war jedoch wollten wir doch mal im Schatten sitzen. Bald darauf ging es dann auch los und das Buffet wurde eröffnet. War wirklich nicht schlecht, gab viele unterschiedliche indische Gerichte, auch ein bisschen Pasta, BBQ und auch zwei Aussengrillstationen. Das Motto war, das Eintrittsgeld zu verspeisen ;-), zuhause hätten wir dies wohl auch geschafft aber hier... irgendwann konnte ich nicht mehr, Abendessen war dann für mich auch nicht mehr nötig.

Den Rest vom Nachmittag verbrachten wir wieder am Pool. Mit Schrecken musste ich dann beim umziehen feststellen, dass ich an verschiedenen Stellen einen Sonnenbrand erwischt hatte, dies trotz eincremen, jedoch wohl nicht wirklich richtig. Abends hatte ich das Gefühl vor Hitze zu zerfliessen und versuchte dies mit Eiswürfel ein bisschen einzudämmen. Tja, indische Sonne sollte wohl doch nicht unterschätzt werden auch wenn man schon einen Monat hier ist ;-).

In welcher Sportart?

Des öfteren wurden wir abends in Restaurants schon mal darauf hingewiesen, welche zwei Mannschaften in einem Halbfinal oder Final spielen würden. Diese Nachricht wurde uns immer freudenstrahlend überbracht. Unsere Frage darauf hin: "In welcher Sportart?", tja war wohl ein kleiner Fauxpas! In welcher Sportart wohl? In Indien gibt es nur eine Sportart die alle wirklich interessiert (ob dies nun wirklich Sport ist, darüber lässt sich streiten). Dies ist natürlich Cricket!!! Wie konnten wir dies nur vergessen. Leider sind wir schon mehrmals in das Fettnäpfchen getreten... :-) und jedes Mal denke ich wieder, man es gibt hier wirklich nur eine Sportart... jedoch habe ich dies bis zum nächsten Mal sicherlich wieder vergessen :-).

Montag, 24. Mai 2010

Einkaufen - immer noch ein Erlebnis

Für unseren PC wollten wir einen Monitor, Tastatur und natürlich eine UPS-Batterie (Powerbackup, damit der PC beim Stromausfall nicht gleich über den Jordan segelt) kaufen. Wir hatten uns in einem PC-Geschäft mal umgeschaut, waren jedoch der Meinung die Preise seien eher hoch angesiedelt. In einem Hochhaus entdeckten wir einen kleinen Computershop, welchen wir nun aufsuchten.

Erste Frage was für PC-Monitore haben Sie und welcher ist der beste? Daraufhin der Verkäufer der Samsung Monitor sei nicht so schlecht. Nächste Frage von uns, war natürlich der Preis. Daraufhin nahm dieser eine Preisliste hervor und teilte uns diesen mit. Natürlich wollten wir uns den Monitor auch mal anschauen, daraufhin führte uns der Security-Angestellte vom Shop über eine kleine enge Treppe in den zweiten Stock, wo ein paar Monitore standen, jedoch nicht angeschlossen waren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt, und so waren wir der Meinung die Bildauflösung würde wohl okay sein.

Wir entschieden uns dann für ein Modell und gingen wieder in den Verkaufsraum zurück. Nun wollten wir noch ein Monitorstromkabel wie auch eine Tastatur. Auch hier wahr schnell ein Modell anhand der Preisliste ausgemacht und alles wurde handschriftlich auf einem kleinen Zettel notiert. Unsere Fragen nach Preisnachlässe ignorierte der Verkäufer und schickte uns mit einem anderen Mitarbeiter ins Lager, da wir die Sachen vorher noch gerne anschauen wollten. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir die Geräte eigentlich bereits gekauft, war uns aber noch gar nicht klar.

Mit dem Lift ging es nun 9 Stockwerke hoch wo wir in ein kleines Büro kamen. Dieses war natürlich wieder voll von Mitarbeiter die rein und raus gingen. Am Eingang wurden wir von einer Dame empfangen, die am PC unsere Bestellung eingab und somit befanden wir uns bereits an der Kasse! Die erstandenen Geräte wurden dann auch nacheinander gebracht, wäre ja zu einfach gewesen alles zusammen gleich in einem Mal vom Lager ins Büro zu bringen. Na egal, irgendwann war dann alles da und wir konnten jeweils die Schachteln anschauen. Als der Mitarbeiter tatsächlich anfing unsere Schachteln in Plastiktüten zu verpacken, konnten wir uns fast nicht mehr beherrschen vor Lachen. Die Tüten hielten dann auch tatsächlich bis zuhause und die Geräte funktionieren bis jetzt tadellos!

Powercut

Was ich nun nach drei Wochen mit Sicherheit sagen kann, hier lernt man gewisse Dinge wieder ganz anderst schätzen als zuhause. Sei dies nur mal Strom zu haben! Hier besteht eine Stromknappheit von 20%, dass heisst irgendjemand hat immer keinen Strom. Nun gibt es ja so schöne Powerbackup-Batterien, die jedoch nur das nötigste am laufen halten. So wie zum Beispiel, Licht, Fernseher und Ventilatoren. So gefühlt, haben wir sicherlich alle paar Stunden einen Powercut, ist nicht voraussehbar und auch immer zu einem anderen Zeitpunkt.

Eines Abends, war wieder mal Stromausfall und das Powerbackup lief. Wir waren kurz vor dem Abendessen und wollten eigentlich Brot toasten. Da jedoch kein Strom mehr da war, lief unser Toaster ganze 5 Sekunden und brachte dem ganzen Haus für einige Sekunden einen totalen Stromausfall. Wir versuchten dies dann noch ein paar Mal, dauerte halt seine Zeit bis das Brot einigermassen getoastet war. Freunde haben wir uns in diesem Falle wohl nicht geschaffen. Kurzerhand haben wir den Speiseplan ein bisschem umgestaltet und mal mit Rührei angefangen, der Herd lief ja zum Glück ohne Probleme. Eine halbe Stunde später, konnten wir dann auch unseren Toaster wieder in Betrieb nehmen.

Bin ja dann gespannt, wie dies dann in unserem neuen Haus funktioniert.

Freitag, 21. Mai 2010

Agent´s und so...

Agent´s sind schon auch komische Kreaturen. Auf unserer doch länger andauernden Häusersuche, haben wir doch schon manchen kennengelernt. Eigentlich haben wir vom Geschäft aus ja nur einen Agent, jedoch handelt diese mit zusätzlichen weiss nicht wie vielen "unter"-Agents... da sich leider länger nicht wirklich Optionen für uns ergeben haben, haben wir uns kurzerhand einen zweiten Agent genommen. Nach ein paar Misserfolgen hat uns dieser jedoch wirklich ein sehr schönes Haus gezeigt, welches im oberen Stock von einem Gebäude liegt. Wie so oft, waren jedoch die Schlüssel für die Dachterrasse nicht vorhanden. Nach drei weiteren Terminen hatten wir es dann doch endlich geschafft, die Dachterasse auch mal von aussen zu betrachten.

Mittlerweile wurde uns dieses Objekt jedoch auch noch von unserem anderen Agent gezeigt. Ohne das Gesicht zu verziehen schauten wir uns in aller Ruhe das Objekt nochmals an. Unserer Agentin schenkten wir nach der Besichtigung dann gleich auch reinen Wein ein und erzählten ihr, dass wir noch mit einem zweiten Agent untwergs waren und das Haus schon mal gesehen hätten und uns dieses sehr gut gefällt. Sie hat es eigentlich sehr gelassen aufgenommen, evtl. ein bisschen zu gelassen?

Nun hat jedoch der Unterhändler von unserem ersten Agent das Gefühl er hätte auch etwas von der Provision verdient, da er uns ja das Haus auch gezeigt hat. Na super, jetzt haben wir zwei Agent´s an der Backe, die das Gefühl haben Geld von uns zu erhalten! Für uns ist jedoch klar, dass hier nur einer etwas kriegt und von uns schon gar keiner. Da heisst es jetzt wohl Ruhe bewahren und ausharren, bis der Deal mit dem Vermieter über die Bühne ist.

Samstag, 15. Mai 2010

Hairdresser

Auch der Coiffeur unterscheidet sich hier im wesentlichen von unserem. Als erstes bezahlst du hier als Mann ca. Fr. 2-3.- und als Frau so ca. um die Fr. 20-80.-, ist also fast wie zuhause :-). Nur das es hier wohl sehr wenige Coiffeure für Frauen gibt.

Ansonsten einfach reinlaufen, Anmeldung kannst du knicken, wer braucht denn schon so was im Land von keinen definitiven Zusagen. Preise und so sind sowieso nirgends angeschlagen, also einfach mal Platz nehmen, kurz erklären was du gerne hättest, am besten einfach nur schneiden alles andere ist wohl eher nicht möglich. Nun wird man als Ausländer so mit einem schönen weissen Seidentuch umhült, wobei die restlichen Gäste irgendwelche gebrauchten Tücher umhängen haben, also mal nicht so schlecht Ausländer zu sein. Sofort macht sich der Coiffeur an die Arbeit, Haare werden befeuchtet und los geht es an den Haarschnitt mit Kamm und Schere. Fast so flink wie mit der Maschiene zu Hause. Kurz geschnittene Haare im oberen Bereich sind gar nicht gefragt, soll ja schliesslich auch so prächtig wie bei den indischen Kollegen ausehen. Nach dreimaliger Aufmunterung die Hare oben doch auch um die Hälfte zu kürzen, wird dies dann auch gemacht. Der denkt sich wohl wie bekloppt sind die denn und wie soll ich nun hier eine Frisur daraus machen... egal... weiter gehts, wer jetzt nicht Stopp sagt hat nun Zusatzverkäufe ohne Zusage gewonnen!! Erstmals werden die Haare mal schön mit einem Öl eingerieben und dann gehts zur Kopfmassage, welche doch einige Minuten dauert und gut ankommt. Berühungsängste zwischen Männern gibts hier auch nicht, man geht auch Hand in Hand durch die Stadt, was zwischen Frauen und Männern nicht der Fall ist.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen um Stopp zu sagen, ansosten wird gleich noch der Nacken und Rücken in die Massage miteinbezogen. Okay, macht dann 120.- INR, sind gerade Mal Fr. 3.-!