Sonntag, 24. April 2011

mal so zwischendurch...

ich weiss, es ist schon länger her als ich was erzählt habe... mittlerweilen ist es eben schon zum Alltag geworden und die für euch so unglaublichen Sachen, fallen mir gar nicht mehr wirklich auf. Ich glaube jedoch, dass ich euch trotzdem was zu erzählen habe. Also, lass mal überlegen was ist denn so passiert in den letzten zwei Monaten.

Zum ersten hat Indien den Cricket Worldcup gewonnen. Das war sicherlich ein riesen Fest in Bangalore, wir waren zu diesem Zeitpunkt gerade in Kerala am Strand und da hielten sich die Feierlichkeiten in Grenzen. Wobei in Bangalore ja wohl richtig die Post ab ging... habe ich also auch verpasst, so wie ihr ;-).

Ansonsten ist das Jahr 2011 wohl das Jahr der Aufbrüche. In der Expatwelt tut sich einiges. Es werden viele dieses Jahr nach Hause gehen, oder in eine neue Heimat und es werden auch viele neue kommen. Man gibt sich sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Auf der einen Seite ist dies mit Wehmut gefüllt, jedoch auch wieder spannend neue Gesichter und Geschichten kennen zu lernen.

Zur Zeit haben wir auch mal wieder ein Haustier zur Pflege. Dieses Mal ist es eine Katzer, besser gesagt ein Kater und der hat es in sich. Ich hatte ja bereits unzählige Katzen, jedoch so was habe ich noch nicht erlebt. Der Kater ist komplett mitteilungsbedürftigt, läuft einem hinterher und befindet sicht meistens im gleichen Raum und falls er mal nicht da ist, kommt er sofort auf ein Rufen angerannt. Was das allerbeste ist, seine Schlafpositionen und Orte.... meistens streckt er alle viere irgendwie in die Luft, auch schon mal mitten in einem Raum und ansonsten sucht er sich auch merkwürdige Orte aus, um sein Nickerchen abzuhalten (Blumentopf, TV-Rack...).

Was soll ich sonst noch sagen, für 1 1/2 Monate habe ich für eine Kollegin gearbeitet und ihr bei einigen Projekten ausgeholfen. Hatte dann auch gleich einen Praktikanten und eine Assistentin, war also schon eine angenehme aber auch stressige Zeit. Wird ja dann spannend wieder anzufangen zu arbeiten :-).

so, werde mich nun wieder mal an mein Fernstudium setzen und schön brav lernen....

Dienstag, 1. Februar 2011

zwei Roadtrips überstanden...

Nun haben wir bereits zwei Roadtrips auf unserem eigenen Fahrertacho und es sind keine Schäden zu verzeichnen.

Der erste Trip ging nach Shravanabelgola (konnte das bis vor kurzem auch nicht ausprechen, aber so langsam gehts ;-)), wo ein Jaintempel steht. Samstag morgens früh um 06.30 Uhr trafen wir uns an der M.G.-Road mit Geschäftskollegen von meinem Freund. Das gute war, die beiden hatten auch ein Taxi gebucht und somit konnten wir nur folgen, ohne uns um den Weg gedanken zu machen. Nachdem der Taxifahrere konsequent jedes Rotlicht nicht beachtete und einfach drüber fuhr, waren unsere Verkehrsmanieren spätestens ausserhalb der Stadt Geschichte. Es war eine weise Entscheidung, Morgens früh zu starten, da wir wirklich noch ohne grosse Verkehrsprobleme rauskamen. Danach ging es auch sofort auf eine Autobahn. Der Taxifahrer war wohl so verwirrt (Autobahn und schnell fahren ist ganz gefährlich ;-)), dass er gleich die erste Ausfahrt nahm und wir neben der Autobahn von Speedbreaker zu Speedbreaker fuhren, tja dann halt beim Rückweg besser schauen.

Schnell fahren ist wohl wirklich keine indische Angelegenheit, unser Auto fängt bei 130 km/h an zu piepen. Spannende Frage, was dann wohl als nächstes passieren würde.

Wir kamen auf alle Fälle im Zeitplan an und so gegen Mittag hatten wir auch den Berg mit seinen 620 Treppen erklummen und standen vor einer riesigen, ziemlich nakten Statue. Abwärts gings dann auch nicht viel schneller und wir machten uns wieder auf den Heimweg. Unterwegs schlenderten wir noch kurz durch einen Markt und dann war aber auch schon genug für diesen Tag.

Zweiter Tagestrip ging am Sonntag Morgens früh um 06.30 (bereits wieder so früh...) los und diesmal wollten wir nach Mysore und den Maharaja Palast besichtigen. Unser Navi war nicht der gleichen Meinung und wollte unbedingt eine andere Strasse nehmen als wir. So stellte sich die Fahrt aus der Stadt ein bisschen schwieriger, war aber dann doch auch gemeisert. Unterwegs fuhren wir durch mehrere kleine Dörfer und Städtchen und es war interessant das Leben da zu beobachten. In Mysore angekommen, fanden wir auch gleich einen Parkplatz jedoch am falschen Eingang. Wir buchten dann zwei Ponykutschen und fuhren zum Haupteingang. Eintrittspreis für Einheimische 20.- Rupien, für Ausländer 200.- Rupien. Zum Glück wurde die Pan-Card von meinem Freund akzeptiert und er bezahlte den Einheimischenpreis (er bezahlt schliesslich auch Steuern in Indien). Die Besichtigung des Palastes war eindrücklich.

Für den Nachhauseweg, entschieden wir uns den Weg des Navis zu nehmen. Was sich als Fehler rausstellte. Es war kaum möglich auf der Strasse zu kreuzen und das Überholen von Ochsenkarren, Fahrrad, Motorad und Traktoren war doch eine Herausforderung. Später kamen auch noch unzählige Strassenlöcher dazu. Wir brauchten also sage und schreibe 1 Std. für 25 km. Wir entschieden uns dann, uns auf die andere Strasse hochzukämpfen. Leider waren auch diese 20km Strasse nur von Löchern gezeichnet.

Irgendwie kamen wir dann doch wieder zuhause an, völlig erledigt aber doch zufrieden mit dem erlebten.

Montag, 24. Januar 2011

indische Hauseinweihung

Am Donnerstagmorgen lädt uns unsere Maid ganz unverhofft zu ihrer Hauseinweihung ein. Nachdem wir ihr im August Geld geliehen hatten, um den Bau von ihrem Eigenheim zu verwirklichen. Und tatsächlich, 4 Monate später war der Bau komplett vollendet.

Wir organisierten unseren ehemaligen Fahrer uns am Sonntag zur Feier zu fahren, da er bereits einmal mit uns zur Bauplatzbesichtigung da war. Wir waren dann doch nicht fähig in dem engen Quartier die richtigen Strässchen auszumachen. Kurzerhand riefen wir unsere Maid an und sie holte uns dann mit Ihrem Mann und seinem Motorrad ab. Nun war es auch endlich geschafft und wir staunten nicht schlecht, als wir vor dem neuen Haus standen. Anhand der Bauplatzbesichtigung hätten wir niemals gedacht, dass es so gross werden könnte.

Von einer 1-Zimmerwohnung konnte die Familie nun in ein 3-Zimmehaus umziehen. Als wir ankamen waren noch die Gebete im Wohnzimmer im Gange. Kerzen waren entzündet und es wurde gebetet und gesungen. Nach 5 Minuten waren die Gebete dann auch abgeschlossen, denke diese dauerten auch bereits seit dem Morgen. Danach wurden uns einige Personen vorgestellt, ich hatte schon nach einigen neuen Gesichtern den Überblick verloren. Zur Erinnerung machten wir dann auch noch ein paar Gruppenfotos.

Nun ging es weiter aufs Dach zum Essen. Auf dem Dach war ein Zelt aus Tücher aufgebaut und ein Buffet mit vielen verschiedenen Leckereien. Für uns wurde dann auch extra ein Tisch aufgestellt und auch wenige Sekunden später sassen wir vor vollgefüllten Tellern. Es war ein einziges Kommen und Gehen, aber so friedlich dass es keinen Anfangs- und Endpunkt für das Essen brauchte. Uns wurden dann auch mehrmals nochmals Essen angeboten, was ich doch dann resolut irgendwann ablehnen musste, da ich einfach nichts mehr Essen konnte.

Wir begaben uns dann nochmals ins Wohnzimmer und es wurden uns noch ein paar weitere Kinder vorgestellt. Irgendwann verabschiedeten wir uns von der Feier und traten unseren Heimweg an. Es war wirklich ein sehr schöns und eindrückliches Fest.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Aach einkaufen...

Man glaubt es ja kaum, aber irgendwie gewöhne ich mich nicht ans einkaufen hier. Man könnte sich jetzt denken so als aussenstehenden, kann ja nich so schlimm sein, da sage ich nur eins: Tauschen wir mal und schauen dann weiter!!!

Wir wohnen ja eigentlich recht zentral, was das einkaufen und Restaurants betrifft. Ich brauche jedoch doch immer mindestens 15-30 min. mit dem Auto um in einen grösseren Laden zu gelangen. Dann trittst du durch den Eingang und fragst dich einfach, wieso in dem Laden mehr Verkaufspersonal als Kunden sind. Was dann zum Schluss führt, Arbeit ist halt immer noch recht billig. Okay, damit kann man ja leben. Wenn du dann aber regelrecht vom Verkaufspersonal verfolgt wirst und in jedem Gang gefragt wirst, was du dann gerne hättest kann dies schon irgendwann nerven. Aber das beste ist, wenn du sie etwas fragst, dann kannst du aber mal lange warten um eine vernünftige Antwort zu kriegen.

Also erste Hürde mal genommen und Verkaufspersonal hinter sich gelassen. Dann gehts weiter, grundsätlich finden die hier wohl gefallen daran, alle 2 Wochen den Laden neu zu strukturieren und die Produkte um zu räumen. Macht dann umso mehr Spass als Einkaufender die Sachen wieder zu suchen :-). Aber irgendwie muss das Verkaufspersonal ja auch beschäftigt werden ;-), warum dies dann nicht auch noch gleich mit Spass für den Kunden verbinden!

Okay, auch dass kann man hinter sich lassen und irgendwann findet man dann auch wieder seine Sachen. Da kommt schon die nächste Herausforderung. Finde mal eine Packung die noch ganz ist und dann prüfe bei jedem Produkt, dass dieses auch noch nicht abgelaufen ist sonst dann viel Spass zuhause. Was dann wieder mitsichbringt, dass du nach wenigen Produkten bereits sehr dreckige Hände hast und Feuchttücher hier einen sehr grossen Vorteil bringen.

Gehen wir mal davon aus, dass wir nun alles haben was wir wollten und zielstrebig uns auf den Weg zur Kasse machen. Wenn dann da in Stosszeiten schon eine oder zwei Kunden vor dir an der Kasse stehen, hast du dann voll die Arschkarte gezogen. Stell dich mal auf eine längere Wartezeit ein und vielleicht wäre hier eine Zeitung keine schlechte Überbrückungsvariante. Nein wirklich im Ernst, das einkassieren dauert und dauert und dauert... und wieso? Weil zur Hälfte der Zeit der Strichcodescanner nicht funktioniert, dass sucht der Kassierer das Proukt manuell, was auch wieder dauert. Dann muss jeder Preis noch vom Produkt her mit dem Preis in der Kasse verglichen werden, evtl. noch ein entsprechender nach Staat ausgewählt werden. In den grösseren Läden gibt es ja mittlerweilen jemand der einkassiert und jemand der die Waren einpackt. Dies ist aber längst nicht in allen Läden so, da wird dann das Geld einkassiert und dann packt der Kassierer noch deine ganzen Waren ein. Da kannst du wirklich nur hoffen, dass der Kunde vor dir nicht noch eine blöde Frage stellt, denn dann geht es erst richtig los (bis da der Verantwortliche gefunden ist... das dauert).

Man könnte ja jetzt sagen, okay für einmal die Woche geht das ja... neee.... du kriegst ja meistens nicht alles in einem Geschäft, da sicherlich wieder ein Produkt ausverkauft ist und dann freust du dich doch schon auf das nächste Geschäft!!!

Puja verpasst!

So wir haben unser Auto ja nun schon seit ungefähr 2 1/2 Monaten. Was mir in dieser Zeit aufgefallen ist, dass wir öfters schon kleine Schäden an unserem Auto verzeichnen mussten. Gleich in der ersten Woche, fuhr jemand hinten in unser Auto. Tja aussert dass die Stosstange ein bisschen eingedrückt war, war alles okay. Sie meinten dann auch, dass dies beim nächsten Service gerichtet werden kann.

Ein paar Wochen später, fuhr uns dann schon wieder jemand hinten ins Auto. Wir mussten wegen dem vorderen Auto bremsen und der hintere hat es wohl nicht bemerkt. Unser Fahrer stieg dann aus um sich mit dem Unfallverursachenden auseinander zu setzen. Machen kannst du eh nicht viel. Die Polizei hat keinen Sinn, da die meisten Autofahrer sowieso keine Versicherung hast. Wenn du also einen Unfall machst und es sich nur um Blechschaden handelt, solltest du unter keinen Umständen aussteigen, da du ansonsten garantiert ein neues Auto finanzieren darfst.

Nach ein paar Minuten, kam unser Fahrer wieder zurück ins Auto, ich sagte ihm mache nichts er solle weiter fahren. An der nächsten Ampel, streifte uns doch tatsächlich beim anfahren ein Motorrad und verursachte nun einen ca. 50 cm langen Kratzer auf der Seite. Tja, was soll man hier noch sagen... zuhause wäre wohl eine Welt zusammengebrochen, aber hier... egal und weiter gehts.

Seither werden wir sicherlich alle paar Tage von irgendwelchen Motorrädern, Fahrrädern usw. angefahren. Meine Theorie ist ganz klar, wir haben für unser Auto keine Puja (Einweihung durch einen Priester) gemacht, das muss das schlechte Omen sein. Ich hoffe doch es bleibt jeweils nur beim Blechschaden...

Mittwoch, 10. November 2010

Happy Diwali!!

Am letzten Wochenende wurde das Fest Diwali gefeiert. Ich weiss nicht genau was es bedeutet, aber habe mir sagen lassen es sozusagen wie Weihnachten. Wir konnten auch nicht genau herausfinden, wie Diwali genau gefeiert wird. Dies scheint anscheinend sehr unterschiedlich zu sein, je nach Familie. Das Fest dauert, wie schon angenommen, nicht nur ein Tag sondern drei Tage. Sollen ja schliesslich auch alle was davon haben.

Am ersten Tag, geht man wohl zusammen in den Tempel und verbingt dann den Rest vom Tag zuhause. Am Abend wird dann Feuerwerk und Böller losgelassen. Natürlich konnten die meisten nicht bis Abends warten und es wurde bereits schon am Nachmittag kräftig mit Böller geschossen. Gefühlt war es fast wie im Krieg, da es wirklich die ganze Zeit geknallt hat und Abends dann bis um Mitternacht ununterbrochen Feuerwerk gezündet wurde. Wir haben uns natürlich kräftig daran beteiligt und somit unseren Spass. Leider fanden die meisten anderen Expat die Tage nur ungmöglich und viele waren daher auch verreist.

Nach dem ersten Abend, hatten wir bereits all unser Feuerwerk verschossen auch der 1000 Walla (1000 Böller an einer Schnurr, die dann nacheinander losgehen) war nur noch Geschichte. Also machten wir uns auf den Weg zu dem 2 Minuten entfernten Sportplatz, wo 6 riesige Stände zum Feuerwerksverkauf aufgebaut waren, um Nachschub zu besorgen. Man glaubt es kaum, aber am meisten Spass machten tatsächlich die Kindergeschenkpackungen, da in diesem am meisten vielfältiges Feuerwerk drin war und wir uns so richtig ausleben konnten. Was wir dann am zweiten Abend auch taten.

Leider war der dritte Tag komplett verregnet und so liessen wir kein Feuerwerk starten. Rundherum wurde auch sehr wenig verschossen. Dafür musste natürlich der Restbestand noch in den nächsten Tagen verschossen werden. Wir freuen uns definitiv schon auf das nächste Diwali-Fest!

Oktoberfest zum 2.

Es gibt in Bangalore tatsächlich auch ein jährliches Oktoberfest, wie das Volksfest in München. Zwar findet dieses nur an zwei Tagen statt, aber das reicht auch vollkommen. Das Fest fand hier in einem Hotel statt. In einem Saal waren die Festbänke und Tische aufgestellt und im anderen Saal war das Buffet aufgebaut.

Grundsätzlich fühlte es sich schon ein bisschen wie ein Kulturschock an. Da fährt man von zuhause durch die halbe Stadt irgend in ein 5-Sterne Hotel und findet dann da Bier, Bretzel, Dirndl und eine Musikgesellschaft die seit 10 Jahren jedes Jahr am Oktoberfest in Bangalore spielt und sonst original am Münchner Oktoberfest spielt.

Dieser Kulturschock hat dann wohl auch bei einigen dazu beigetragen, dass ein koordiniertes Handeln erschwerte, oder evtl. auch das Bierlevel. Natürlich konnten ein paar Bänke und Tische der geballten Expat-Kraft nicht standhalten und gaben im Verlauf des Abends ihre Tätigkeit auf. Verletzte gab es zum Glück auch nicht, nur ein bisschen Biergespritze und halt keine Sitzgelegenheit mehr ;-).